Legenden ihrer Rollen
Stimmen, die diese Oper geprägt haben, vom allerersten Papageno des Jahres 1791 bis zur Königin der Nacht, die gerade am Rand des Sonnensystems vorbeifliegt.

Emanuel Schikaneder
Er schrieb das Libretto, leitete das Theater und stand am Premierenabend 1791 selbst im Federkleid auf der Bühne: Schikaneder war der allererste Papageno, Mozart dirigierte. Mit den Einnahmen baute er später das Theater an der Wien.
Foto: Period engraving, Wikimedia Commons (public domain)Tiana Lemnitz
Die Pamina der Berliner Aufnahme von 1937, die auf dieser Seite läuft. Kritiker suchten jahrzehntelang nach Worten für ihr schwebendes Pianissimo; die kürzeste Beschreibung ist Seite 24, Ach, ich fühl's.
Diese Stimme auf den Platten von 1937 hören →Erna Berger
Die Königin der Nacht unserer Aufnahme von 1937, eingespielt mit fast vierzig Jahren und immer noch strahlend über dem hohen F. Im Dorf Cossebaude bei Dresden geboren, sang sie von der Semperoper bis zur Met und unterrichtete eine ganze Sopranistinnengeneration.
Diese Stimme auf den Platten von 1937 hören →Gerhard Hüsch
Der Vogelfänger der Berliner Aufnahme von 1937: leicht, verschmitzt und wortgenau. Zwischen den Opernabenden erfand er nebenbei den modernen Liederabend auf Schallplatte und nahm noch vor dem Krieg Die schöne Müllerin und die Winterreise auf.
Diese Stimme auf den Platten von 1937 hören → Foto: Japan 1952, Wikimedia Commons (public domain)Helge Rosvaenge
Ein dänischer Tenor mit einer Trompete von Höhe, der Tamino der Berliner Aufnahme von 1937. Berlin und Wien rissen sich zwei Jahrzehnte lang um ihn; Seite 6, Dies Bildnis, zeigt warum.
Diese Stimme auf den Platten von 1937 hören →Fritz Wunderlich
Für viele schlicht der Tamino: seine Aufnahme von 1964 unter Karl Böhm gilt bis heute als Referenz. Er starb mit 35 nach einem Treppensturz, wenige Wochen vor seinem Met-Debüt, und hinterließ eine der kürzesten und meistgeliebten Karrieren der Oper.
Lucia Popp
Mit 24 nahm sie die Königin der Nacht unter Klemperer auf, ganz eisiges Glitzern, und kehrte zwei Jahrzehnte später als die wärmste Pamina der Schallplatte zurück. Nur ganz wenige haben beide Seiten dieser Oper besessen.
Foto: Wikimedia Commons, CC BY-SA
Edda Moser
Ihr Der Hölle Rache ist im Wortsinn nicht von dieser Welt: Die NASA presste es 1977 auf die Goldene Schallplatte der Voyager, es ist heute die erdfernste Königin der Nacht. Auf der Bühne war sie genauso furchtlos, von Salzburg bis zur Met.
Foto: Wikimedia Commons, CC BY-SA

