🐦 Where in the World is Papageno
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Mozart schrieb die Zauberflöte nicht für ideale Stimmen im luftleeren Raum, sondern für eine ganz konkrete Truppe, das Ensemble des Theaters auf der Wieden. Diese ersten Interpreten kann man bis heute in jeder Partie heraushören.
Tamino, der Prinz, ist ein lyrischer Tenor. Seine Bildnisarie „Dies Bildnis ist bezaubernd schön“ verlangt langen, eleganten Atem. Der erste Tamino, Benedikt Schack, war ausgebildeter Flötist und soll die Flötensoli seines Helden auf der Bühne selbst gespielt haben.
Pamina braucht einen lyrischen Sopran, der die schmerzliche g-Moll-Arie „Ach, ich fühl's“ tragen kann. Anna Gottlieb sang die Partie bei der Uraufführung mit siebzehn; fünf Jahre zuvor, mit zwölf, hatte sie in der Uraufführung von Le nozze di Figaro bereits die Barbarina übernommen.
Papageno, der Vogelfänger, ist eine Baritonpartie, die von Charme lebt, nicht von Stimmgewalt. Ihr erster Interpret war Emanuel Schikaneder höchstpersönlich, der Prinzipal, der das Libretto schrieb, das Theater führte und sich klugerweise die besten Pointen selbst zuschanzte.
Papagena, ein leichter Sopran, verbringt fast den ganzen Abend als altes Weib verkleidet, das behauptet, achtzehn Jahre und zwei Minuten alt zu sein. Ihr Lohn ist das übermütige Pa-pa-pa-Duett kurz vor Schluss.
Die Königin der Nacht gehört einem dramatischen Koloratursopran. Beide Arien steigen bis zum dreigestrichenen f, dem f über dem hohen c und einem der höchsten Töne des Repertoires. Die erste Königin war Josepha Hofer, Mozarts Schwägerin; ihre schwindelerregende Höhe kannte er aus der Familie.
Sarastro ist der Gegenpol, ein echter Bass, dessen „O Isis und Osiris“ bis zum tiefen F hinabsteigt. Franz Xaver Gerl sang ihn als Erster; seine Frau Barbara war die erste Papagena. Die Premiere war also auch ein Familienunternehmen.
Monostatos, der Aufseher, ist ein Charaktertenor, scharf und beweglich statt schön. Das Libretto zeichnet ihn als rassistische Karikatur eines „Mohren“; ernstzunehmende Inszenierungen denken diese Figur heute neu.
Die drei Damen, zwei Soprane und ein Mezzosopran, erlegen die Schlange, bevor sonst jemand einen Ton gesungen hat, und streiten anschließend darüber, wer beim schlafenden Prinzen bleiben darf.
Die drei Knaben sind Geisterführer für Knabenstimmen. Viele Häuser besetzen sie mit echten Chorknaben, etwa von den Wiener Sängerknaben oder dem Tölzer Knabenchor, die nicht selten in Bühnenmaschinen einschweben.
Der Sprecher, Bass oder Bassbariton, hat nur eine große Szene, aber sie ist das Scharnier der ganzen Oper: In seinem Gespräch mit Tamino am Tempeltor verwandelt sich das Märchen in Philosophie.
Zusammengenommen umspannt die Besetzung vier Oktaven, von Sarastros tiefem F bis zum hohen f der Königin. Kaum eine Oper verlangt der menschlichen Stimme so viel ab, und kaum eine verteilt die Aufgabe so großzügig.
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