🐦 Where in the World is Papageno
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Ein Prinz flieht vor einer riesigen Schlange und bricht ohnmächtig zusammen. Drei verschleierte Damen erlegen das Untier, und ein Kerl im Federkostüm rühmt sich anschließend der Tat. Nach wenigen Minuten ist klar, womit man es zu tun hat: mit einem Märchen, das sich für nichts entschuldigt.
Erster Akt. Die Damen dienen der Königin der Nacht. Sie erzählt dem Prinzen Tamino, der Herrscher Sarastro habe ihre Tochter Pamina entführt. Ein Blick auf Paminas Bildnis genügt, Tamino ist verliebt, und die Arie „Dies Bildnis ist bezaubernd schön“ macht das Unwahrscheinliche glaubhaft. Die Königin verspricht ihm die Tochter, gibt ihm eine Zauberflöte und stellt ihm den Vogelfänger Papageno zur Seite, ausgestattet mit einem silbernen Glockenspiel und einer gesunden Angst vor Gefahr. Drei Knaben weisen den Weg. Doch an Sarastros Tempel kippt die Geschichte. Ein Priester deutet an, dass Sarastro kein Tyrann ist und die trauernde Mutter nicht die ganze Wahrheit sagt. Papageno hat unterdessen Pamina gefunden und sie dem Aufseher Monostatos entrissen. Am Ende des Aktes nimmt Sarastro Tamino und Papageno in die Prüfungen seines Ordens auf.
Zweiter Akt. Tamino übernimmt die schwerste aller Prüfungen: das Schweigen. Pamina versteht nicht, warum er nicht mit ihr spricht, und gießt ihren Schmerz in „Ach, ich fühl's“. Ihre Mutter stürmt mit einem Dolch herein und verlangt in „Der Hölle Rache“, der berühmtesten Wutarie der Operngeschichte, den Mord an Sarastro. Pamina weigert sich. Wieder vereint durchschreiten die Liebenden Feuer und Wasser, beschützt von der Flöte. Papageno, der an jeder Prüfung gescheitert ist, bekommt den einzigen Preis, den er je wollte: Papagena, begrüßt mit einem übermütigen Duett aus gestammelten Pa-pa-pas. Der letzte Angriff der Königin auf den Tempel versinkt im Sonnenlicht.
Entstanden ist das Werk 1791 am Theater auf der Wieden, einer Vorstadtbühne in Wien, geführt vom Schauspieler und Prinzipal Emanuel Schikaneder. Er schrieb das Libretto, bestellte die Musik bei seinem Freund und Logenbruder Mozart und sang bei der Uraufführung am 30. September 1791 selbst den Papageno, während Mozart dirigierte. Das war Theater für alle: Bühnenmaschinen, Komik, alle paar Minuten eine Melodie zum Mitsummen, und darunter eine freimaurerische Parabel vom Weg aus der Finsternis ins Licht. Neun Wochen später, am 5. Dezember, starb Mozart. Die Zauberflöte war die letzte seiner Opern, die er auf der Bühne erlebte.
Genau diese Doppelnatur hält das Stück lebendig. Kinder folgen dem Ungeheuer, dem Vogelmenschen und den Glöckchen, Erwachsene hören ein Plädoyer der Aufklärung über Angst, Wissen und die Frage, wer eine Geschichte erzählen darf. Mozarts Musik stellt keines über das andere, und deshalb muss sich das Publikum bis heute nicht entscheiden.
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